Abschied von 131 Jahren Schützendirektion

Von Gerd Mägerle

Dieter Kallenberg, Werner Krug, Rainer Etzinger, Edeltraud Garlin und Hermann Weber sind jetzt Ehrenmitglieder.

Generationswechsel bei der Stiftung Schützendirektion: Beim traditionellen „Kloseobed“ (Nikolausabend) in der Schützenkellerhalle sind mehrere verdiente Schützendirektoren zu Ehrenmitgliedern ernannt und Schützenbeiräte verabschiedet. 131 Jahre Schützendirektion haben alle zusammen auf dem Buckel. Nachdem die Vorsitzenden Klaus Bott und Wolfgang Ocker bereits während des Jahres bekannt gegeben hatte, dass sie beim Schützenfest 2016 letztmals an der Spitze der Schützendirektion stehen, werden auch in anderen Bereichen der Direktion die Verantwortlichkeiten wechseln. In einer gespielten Vorstandssitzung wurden deshalb beim „Kloseobed“ die Verdienste der scheidenden Schützendirektoren gewürdigt, die nun Ehrenmitglieder sind.

 

Allen voran Dieter Kallenberg: Mit 43 Jahren Zugehörigkeit war er aktuell der momentan am längsten amtierende Schützendirektor. „Unser einziges echtes Urgestein“, sagte Bott. Verantwortlich war Kallenberg über viele Jahre für den Tanz auf dem Marktplatz sowie die Auswahl und Betreuung der Musikkapellen. Außerdem hat er die Schützendirektion in der Arbeitsgemeinschaft historischer Kinder- und Heimatfeste Süddeutschlands vertreten. „Dieter Kallenberg war ein vorbildlicher Schützendirektor und ist ein Liebhaber des Schützenfests“, würdigte Bott.

 

26 Jahre gehörte Werner Krug der Schützendirektion an. Als Bereichsleiter Veranstaltungen liefen bei ihm die Fäden zusammen, wenn es beispielsweise um dem Tanz durch die Jahrhunderte, das Schwarz-Veri-Fest oder den Tanz auf dem Marktplatz ging. „Hartnäckig, gradlinig, kritisch, streitbar, aber immer mit Herz und einer großen Portion Charme“ - so charakterisierten ihn seine Vorstandskollegen.

 

Ebenso lang wie Werner Krug war Rainer Etzinger Schützendirektor. Zuständig für das Lagerleben auf dem Gigelberg, die Ziehung und als stellvertretender Festzugsleiter war er in den Festtagen an vielen Orten in er Stadt anzutreffen. Als Herr der Ehrengastbuttons und Essensmärkleverteiler sei er so etwas wie der „Märklesgraf vom Lagerleben“ gewesen, charakterisierte ihn Brigitte Wall vom Vorstand der Schützendirektion.

 

19 Jahre lang war Edeltraud Garlin in der Schützendirektion für die Heimatstunde verantwortlich, 22 Heimatstunden hat sie insgesamt inszeniert. „22 Heimatstunden, in denen die Geschichte Biberachs lebendig, realistisch, überzeugend, voller Emotionen und sehr authentisch von unserer Traudel zum Leben, zum Miterleben, zum Leiden und Lachen erweckt wurde“, sagte Yvonne von Borstel, Bereichsleiterin Theater in der Schützendirektion. Edeltraud Garlins Nachfolger wird Dieter Maucher, der beim „Kloseobed“ sein Direktionsabzeichen erhielt.

 

Nach 17 Jahren nahm Hermann Weber Abschied aus den aktiven Reihen der Schützendirektion. Als Stellvertreter des Schatzmeisters war er mit dafür zuständig, dass die Spenden fürs Schützenfest reichlich flossen. In seine Verantwortung fielen auch die Schützenkellerhalle und deren Umbau sowie der Verkauf der Festabzeichen und die Hoheit über die Schießkasse beim Biberschießen.

 

Als Schützenbeiräte wurden Theo Rainer, Roland Luschkowski und Jörg Weggenmann verabschiedet.

 

Theo Rainer war 1984 Mitinitiator der Bauerntanzgruppe und des Lagerlebens 1989. Die Bauerntanzgruppe ist unter seiner Regie auf inzwischen 27 Tanzpaare angewachsen. Roland Luschkowski hat die Spitaltrommler der Mali-Gemeinschaftsschule seit 2002 zu einem Aushängeschild des Schützenfests geformt. Die Gruppe, die auch auf Festen außerhalb Biberachs auftritt, sei inzwischen eine Marke für die Schule, sagte Schulleiter Karl Schley.

 

Jörg Weggenmann gehört seit 2004 der Schwarz-Veri-Gruppe an und verkörperte seit 2012 den berühmt-berüchtigten Räuberhauptmann. Diese Rolle übernimmt ab 2016 Christopher Maier, Weggenmann schlüpft dafür ins Maiers bisherige Rolle, den „Condeer“. Beide vollzogen am „Kloseobed“ einen symbolischen „Kitteltausch“.

Die Vorsitzenden Klaus Bott (vorne l.) und Wolfgang Ocker (vorne r.) mit den Geehrten: (hinten v. l.) Werner Krug, Rainer Etzinger, Edeltraud Garlin, Dieter Kallenberg, Hermann Weber, (vorne v. l.) Jörg Weggenmann, Roland Luschkowski und Theo Rainer. SZ-Foto: Gerd Mägerle 



„Kitteltausch“: Christopher Maier (r.) schlüpft künftig in die Rolle des Schwarzen Veri, den Jörg Weggenmann (l.) seit 2012 verkörpert hatte. SZ-Foto: Gerd Mägerle