Schützendirektion steht vor einem Jahr des Wechsels

Bott und Ocker übergeben Ämter an Fuchs und Mebold – Keine Änderungen am Sicherheitskonzept geplant

von Gerd Mägerle

Aktuelle und künftige Vorsitzende der Schützendirektion: (v. l.) Guido Mebold, Wolfgang Ocker, Klaus Bott und Rainer Fuchs.

 

Nur noch knapp 140 Tage bis zum Beginn des Biberacher Schützenfests. Für die beiden Vorsitzenden der Stiftung Schützendirektion, Klaus Bott und Wolfgang Ocker wird es ein ganz besonderes. Sie geben ihre Ämter nach dem Fest an Rainer Fuchs und Guido Mebold ab. Was das Thema Sicherheit bei dem zehntägigen Fest anbelangt, sieht die Schützendirektion derzeit keinen Anlass, am bestehenden Konzept etwas zu verändern.

 

Wechsel im Vorstand: Die Schützendirektion vollzieht derzeit eine Art Verjüngungskur in nahezu allen Bereichen. Der markanteste Wechsel wird es an der Spitze geben. An Bauernschützen, dem letzten Tag des diesjährigen Fests, werden die Vorsitzenden Klaus Bott und Wolfgang Ocker ihre Ämter symbolisch an ihre Nachfolger Rainer Fuchs und Guido Mebold übergeben. Der offizielle Stichtag für den Wechsel ist dann der 1. August. Fuchs und Mebold sind vom Plenum der Schützendirektion bereits gewählt und nutzen die Zeit und das kommende Fest, um sich in die neuen Aufgaben einzuarbeiten. „Wir wollen, dass es einen guten Wissenstransfer gibt und jeder bestmöglich in seine Aufgaben eingearbeitet wird“, sagt Klaus Bott. Und fügt scherzhaft hinzu: „Wenn ich die junge, motivierte Truppe sehe, hätte ich Lust, doch noch weiterzumachen.“ Von Aufregung sei bei ihm bislang noch nichts zu spüren, sagt Rainer Fuchs. Er gehe mit einer Mischung aus Freude und Respekt an sein neues Amt heran und schaue sich die Abläufe des Riesenfests derzeit genau an. Vieles kennt er bereits aus seiner Zeit als Schatzmeister der Schützendirektion. Ob er für künftige Schützenfeste Veränderungen vorschlage, könne er jetzt noch nicht sagen. „Alles, was sich bewährt hat, wird übernommen. Gewisse Abläufe werden wir sicher hinterfragen. Aber ich gehe davon aus, dass die Öffentlichkeit das nicht groß merken wird“, sagt er. „Im Vordergrund steht immer das Schützenfest“, sagt Mebold, „und nicht wir als handelnde Personen.“ Gemeinsames Ziel sei es, ein schönes Fest zu feiern. Ob dazu auch der Titel eines Unesco-Weltkulturerbes gehört, um den sich das Ravensburger Rutenfest zusammen mit den Biberachern und der Kinderzeche in Dinkelsbühl bewerben will, lässt Bott offen. Das mögen die Nachfolger entscheiden, meint er.

 

Sicherheitskonzept: Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten hätten derzeit keine Konsequenzen für das Biberacher Schützenfest, sagt Mebold, der die Kommission Sicherheit in der Schützendirektion leitet. „Wir stehen in Kontakt mit Stadt, Polizei und DRK, beobachten und analysieren die Erkenntnisse, die wir durch andere Feste bekommen“, sagt Mebold. „Danach werden wir entscheiden, ob wir etwas verändern müssen.“ Die Schützendirektion plant überdies, für die in Biberach neu lebenden Flüchtlinge Infoveranstaltungen anzubieten, in denen ihnen erklärt wird, was es mit dem Schützenfest auf sich hat. „Dazu gehört auch das Vermitteln von Verhaltensregeln“, sagt Mebold. Die Flüchtlingskinder in Biberach werden durch ihre Schulen in der Stadt ohnehin in die Festvorbereitungen einbezogen und nehmen in der Schützenfestwoche zum Beispiel am Bunten Zug und an der Ziehung teil.

 

200 Jahre Kleine Schützentrommler und -pfeifer: Fertiggestellt wurde dieser Tage auch die Gestaltung des Festplakats und des Festabzeichens. Beide stehen ganz im Zeichen des 200-jähirgen Bestehens der Kleinen Schützentrommler- und pfeifer, der ältesten Traditionsgruppe des Schützenfests. Das Plakat zeigt einen kleinen Pfeifer, aufgenommen vom Riedlinger Fotograf Georg Kliebhan. Auf dem von Corinna Rogger entworfenen Abzeichen sind Trommel und Flöte zu sehen. Begangen wird das Jubiläum mit einer internen Veranstaltung für alle ehemaligen und aktuellen Mitglieder Gruppe am 11. Juni in der Gigelberghalle. Außerdem ist ein Ständchen auf dem Marktplatz am ersten Schützensonntag vor den Zunfttänzen geplant.

 

Text und Bild mit freundlicher Genehmigung von Gerd Mägerle, Leiter der Lokalredaktion der Schwäbischen Zeitung Biberach