„Was wären die Festzüge ohne die Pferde …?“

Stiftung Schützendirektion dankt Reitern und Fahrern beim „Bauernabend“

BIBERACH (grs) – Zur Einstimmung auf das Fest, zum geselligen Beisammensein und als Dank an die an den Umzügen beteiligten Reiter und Fahrer richtet die Stiftung Schützendirektion seit 59 Jahren den „Bauernabend“ aus. In diesem Jahr trafen sich Reiter und Fahrer und deren Angehörige sowie die Verantwortlichen der Stiftung Schützendirektion am Mittwochabend in der Festhalle Stafflangen.

Beim traditionellen „Bauernabend“ der Stiftung Schützendirektion wurden wieder etliche Reiter und Fahrer für ihre langjährige Treue und Teilnahme an den Festumzügen geehrt. Foto: Gabi Ruf-Sprenger



Auf dem Programm standen neben einem gemeinsamen Essen der Dank des Kulturdezernenten der Stadt Biberach, Dr. Jörg Riedlbauer, der in Vertretung für Oberbürgermeister Norbert Zeidler sprach, sowie lobende und anerkennende Worte des Ersten Vorsitzenden der Stiftung Schützendirektion Rainer Fuchs, die Ehrung langjähriger Reiter und Fahrer durch den zweiten Vorsitzenden Guido Mebold und ein Rückblick in Bildern von Schützendirektor Thomas Handtmann auf das vergangene Schützenfest. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte der Musikverein Stafflangen unter Leitung von Peter Schirmer. 

 

Die Besitzer, Reiter und Fahrer der über 200 an den Umzügen beteiligten Pferde kommen aus der gesamten Region und für viele ist dieser Abend eine schöne Gelegenheit, sich in gemütlicher Runde miteinander zu unterhalten.  

 

Ein Schützenumzug ohne all die prachtvoll herausgeputzten Pferde,  ohne all die auf Hochglanz polierten Geschirre? Undenkbar. Über 200 Pferde, vom schweren Kaltblut bis zum kleinen Pony ziehen Jahr für Jahr die bewundernden Blicke der Festbesucher auf sich. Rainer Fuchs dankte allen Reitern und Fahrern für ihre Zuverlässigkeit und  ihr  ehrenamtliches Engagement. Er vergaß dabei nicht, auch all jenen fleißigen Helferinnen und Helfern im Hintergrund zu danken, die dazu beitragen, dass die Festzüge für viele Tausend Besucher zu unvergesslichen und freudigen Momenten werden: Bäuerinnen, Ehepartnern, Kindern, oft sogar Oma und Opa.

 

Im Namen der Stadt Biberach und persönlich dankte Kulturdezernent Dr. Jörg Riedlbauer den Pferdebesitzern, Reitern und Fahrern für deren Einsatz als „aktive Botschafter unserer Kulturregion“: „Was wären die Festzüge des Schützenfestes ohne die prachtvoll geschmückten Pferde und die phantastischen Gespanne? Es wäre wie Bayreuth ohne Wagner, Salzburg ohne Mozart und Biberach ohne Wieland. Diese Festzüge sind gelebte Kulturtradition, lebendig, begeisternd.“ 

 

Den Reitern und Fahrern selbst ist es eine Ehre, beim Biberacher Schützenfest mit dabei zu sein. Viele von ihnen halten dem Schützenfest schon seit Jahrzehnten die Treue. Zum Beispiel  Hermann Held aus Oberstetten. Seit 50 Jahren ist er dabei. Viele kennen ihn als Fahrer des Bierbrauer-Wagens. Für diese jahrzehntelange Treue zum Schützenfest gab es das goldene Ehrenabzeichen und einen besonderen Applaus. 

 

Zum Abschied einen besonderen Dank und kräftigen Applaus gab es für Elke Handtmann und Elimar Romer. Elke Handtmann hat 22 Jahre lang jeweils an den Festzugstagen „von allen geachtet, fleißig und still im Hintergrund“, wie Rainer Fuchs wertschätzend sagte, für das leibliche Wohl der Reiter und Fahrer in der Requisitenhalle gesorgt und auch den „Bauernabend“ organisiert. Elimar Romer wurde 1998 gefragt, ob er für ein Jahr die Ausgabe, Reinigung, Pflege und Reparaturen der Waffen übernehmen könne. Er sagte zu  – und aus einem Jahr wurden schließlich 18 Jahre. Aber irgendwann ist's dann doch genug, befand Elimar Romer, der vor wenigen Wochen 85 Jahre alt wurde. 

 

Zum Abschluss des Programms an diesem traditionellen Gemeinschaftsabend  bot  Schützendirektor Thomas Handtmann einen stimmungsvollen Rückblick in Bildern. Seit vielen Jahren begleitet er die Reiter und Fahrer vor, während und nach den Festzügen mit seiner Kamera. Seine Bilder belegen eindrücklich mit wie viel Liebe zum Detail Pferde, die beiden Ochsen und die Geschirre für die Festzüge von den Reitern und Fahrern und deren Angehörigen herausgeputzt werden. Auch dafür gab's noch einmal einen kräftigen Applaus.

  

Ehrungen:
Für ihre langjährige Teilnahme an den Festzügen des Biberacher Schützenfestes wurden folgende Reiter und Fahrer geehrt: 

Seit 50 Jahren ist Hermann Held aus Oberstetten dabei. Er fährt den Bierbrauer-Wagen. 

Seit 40 Jahren ist Anton Laux aus Gutenzell dabei. Er spannt seine beeindruckenden Kaltblüter vor dem Handelswagen ein. Ebenfalls seit 40 Jahren  ist Hans-Peter Rittelmann aus Schemmerhofen bei den Kaiserlichen Reitern dabei. Viele kennen ihn als jenen Reiter, der hoch zu Ross die Pauken schlägt. 

Seit 30 Jahren dabei sind Ulrike Bailer aus Barabein bei den Blau-Gelben, Edith Hascher aus Schmiechen mit ihren prächtigen Kaltblütern vor dem Glockenwagen und Michael Hucker aus Eberhardzell bei der Spitalgruppe. Sie alle erhielten das Ehrenabzeichen in Gold.

Seit 20 Jahren ist Elmar Ege, der Stadthauptmann bei den Kaiserlichen Reitern, aus Alberweiler dabei. Auch Franz Ehrle aus Mittelbiberach bei der Staufergruppe, Georg Geiger aus Allmannsweiler bei der Spitalgruppe, Hans Obert aus Ertingen vor dem Glockengießer-Wagen und Alfons Ströbele aus Häusern bei den Kaiserlichen Reitern sind seit 20 Jahren bei den Festzügen mit dabei. Sie erhielten das Ehrenabzeichen in Silber.

Seit zehn Jahren dabei sind Anja Angele aus Schemmerhofen bei den Reisigen, Armin Kreutle aus Schemmerhofen und Josef Längle aus Steinhausen, beide bei den Kaiserlichen Reitern, Theresia Leicht aus Biberach beim Spital, Roland Moll aus Aigendorf bei den Standartenreitern, Herbert Pfender aus Biberach vor einem der Stadttore, Reinhard Schmid und Otto Schönle, beide aus Unlingen  bei den Flachsbauern und vor dem Biber-Wagen, Karl-Heinz Schwellinger aus Warthausen bei den Staufern und Alfons Weiler aus Hopfenbach vor der Feuerwehrleiter. Für die zehnjährige Zugehörigkeit gab es das Ehrenabzeichen in Bronze.