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Samstag 15. Juli9:00 Uhr

Heimatstunde 2017

Allein aus Glaube, allein aus Gnade – Die Einführung der Reformation in Biberach an der Riß 1517

Alles scheint wie immer. Den Alltag bestimmen Tradition und katholische
Kirche. In der Politik der Reichsstadt Biberach haben allein die Patrizier
das Sagen. Der Handel blüht – und die Gewinne sind (wieder mal)
ungleich verteilt.
Doch neuerdings macht sich Unmut breit! Denn Veränderung liegt in der
Luft: Ein neuer Kontinent ist entdeckt, die Könige Europas machen sich
Hoffnung auf die Kaiserkrone des Reichs, der Papst ist schwach und das
Abendland durch die Osmanen bedroht.
Da schlägt das Schicksal gewaltig zu: Nach dem großen Stadtbrand von
1516 ist in Biberach nichts mehr so wie zuvor. Umso lauter donnert im
Jahr darauf der Anschlag von 95 Thesen eines gewissen Theologieprofessors
an die Wittenberger Schlosskirche bis weit nach Oberschwaben
hinein!
Höchst weltliche Intrigen um Macht, Ruhm und das leidige Geld begleiten
die Einführung der Reformation in Biberach. Die Konflikte beim
Wandel zur rein evangelischen Stadt zerreißen die Bürgerschaft schier –
vom Verlust des halben städtischen Territoriums bis hin zur bewaffneten
Auseinandersetzung im sogenannten Bauernkrieg.
Am Ende nehmen die Biberacher ihr Schicksal selbst in die Hand und
verbieten alle Traditionen der römischen Kirche. Nach dem Vorbild Ulms
räumen auch sie ihre Gotteshäuser aus, auf dass keiner mehr durch die
alten Götzenbilder vom Wort der wahren Lehre abgelenkt werde ...