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Samstag 15. Juli9:00 Uhr

Heimatstunde 2017

Allein aus Glaube, allein aus Gnade – Die Einführung der Reformation in Biberach an der Riß 1517

Der verheerende Stadtbrand im Jahre 1516 in Biberach scheint wie ein Menetekel über den folgenden historischen Ereignissen zu liegen. Mit dem Anschlag der 95 Thesen Martin Luthers an die Kirchentüre zu Wittenberg 1517 sind die Fragen der neuen Zeit bereits gestellt, was fehlt sind die Antworten durch die Kirche. Missstände innerhalb der Kirche, ein schwaches Papsttum, aufstrebende junge Herrscher, insbesondere die Wahl Karls V. schaffen ein Machtvakuum, in dessen Leere Raum für neue Ideen und Reformen ist. Biberach steht in dieser Zeit in seiner wirtschaftlichen Blüte. Doch die Unsicherheiten der Zeit und die Suche nach Antworten manövriert die freie Reichsstadt Biberach und deren Bewohner in den Strudel der Reformation. Ein gesellschaftlicher Wandel vollzieht sich. Doch der Preis ist hoch: Biberach verliert die Hälfte seines Territoriums, die Bauern erheben sich, die Kirchen und Kapellen werden im Sinne der neuen Vorstellungen geräumt oder abgerissen. Zum Schutz nach außen schließt sich Biberach dem Schmalkaldischen Bund an, ein Militärbündnis evangelischer Herrschaften gegen den Kaiser. Und doch hält sich eine kleine katholische Minderheit, obwohl Biberach 1531 eine nach innen gefestigte evangelische Stadt ist.Die tiefgründigen Konflikte jener Zeit bestimmen die Geschichte Biberachs in den folgenden 500 Jahren bis heute.